Gymnasium im Umbruch
Momentan laufen an allen Gymnasien NRWs zwei Bildungsgänge parallel.
Die Schülerinnen und Schüler, die sich im Schuljahr 2008/2009 in den Klassen 9 - 13 befinden, machen ihr Abitur nach 13 Schuljahren. Dieser alte Bildungsgang blieb in den letzten Jahren unverändert. Es wurden lediglich teilzentrale Abschlussprüfungen am Ende der Klasse 10 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik eingeführt, die den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler vergleichbar machen sollen.
Die derzeitigen Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 - 8 hingegen besuchen nur 8 Jahre lang das Gymnasium, legen ihre Abiturprüfung also in der 12. Klasse ab (neuer Bildungsgang).
Die Details zum neuen Bildungsgang finden Sie im Folgenden.
Gymnasialer Bildungsgang - G8
Die Ausbildungszeit für die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium beträgt in der Regel 8 Jahre für die derzeitigen Klassen 5 – 8 (bzw. 9 Jahre: derzeitige Klassen 9 - 13) Dieser Zeitraum gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils auch eine pädagogische Einheit bilden:
- die Erprobungsstufe (5./6. Jahrgang)
- die Mittelstufe (7. bis 9.(10.) Jahrgang)
- die Oberstufe (10. - 12. (11 – 13.) Jahrgang)
Dabei werden die ersten beiden Abschnitte als Sekundarstufe I, der letzte Abschnitt als Sekundarstufe II bezeichnet.
Das 5. und 6. Schuljahr gelten als Erprobungsstufe. Ihre Besonderheit gegenüber den folgenden Klassen besteht darin, dass die Arbeit unmittelbar an die Arbeitsergebnisse und Arbeitsweisen der Grundschule anknüpft und die Schülerinnen und Schüler allmählich zu der Arbeitsweise des Gymnasiums hingeführt werden. Erst mit dem Ende des 6. Schuljahres ist diese Übergangsphase abgeschlossen.
Für diesen Prozess ist ein kontinuierlicher, möglichst störungsfreier Verlauf über einen längeren Zeitraum hinweg erforderlich. Darum fällt die endgültige Entscheidung über Gelingen oder Nichtgelingen des Übergangs in der Regel erst am Ende der Erprobungsstufe. Deshalb gibt es keine Versetzung oder Nichtversetzung nach dem 5. Schuljahr. Im Ausnahmefall kann aber eine Wiederholung der fünften Jahrgangs am Gymnasium oder der Wechsel zu einer anderen Schulform schon nach einem Jahr sinnvoll sein. Am Ende der Erprobungsstufe entscheidet die Klassenkonferenz, ob eine Schülerin oder ein Schüler auf dem Gymnasium bleiben kann.
Um den Übergang zum Gymnasium zu optimieren, gibt es regelmäßige Kontakte zwischen den Grundschulen und dem Sophie-Scholl-Gymnasium, sei es in Form von gegenseitigen Unterrichtsbesuchen, einem jährlich stattfindenden Workshop oder der Teilnahme der ehemaligen Grundschullehrerinnen und -lehrer an Erprobungsstufenkonferenzen.
Gespräche zwischen den Eltern und Lehrern sollten in jeder Stufe eine Selbstverständlichkeit sein, in der Erprobungsstufe finden sie aber besonders häufig statt.
Die Stundentafel der Klassen 5 und 6 hat einen Wochenstundenrahmen von 30 - 32 Stunden.
Im 5. Jahrgang des Sophie-Scholl-Gymnasiums werden in der Regel 30 Wochenstunden erteilt.
Den größten Anteil daran haben die drei Kernfächer Deutsch (5 Std.), Englisch (5 Std.) und Mathematik (4 Std.).
Die übrigen Fächer sind verteilt auf den Bereich der Gesellschaftslehre mit Politik (2 Std.) und Erdkunde (2 Std.), die Naturwissenschaften mit Biologie (2 Std. ) sowie Kunst, Musik, Religionslehre (jeweils 2 Std.) und Sport/Schwimmen (4 Std.).
Der Unterricht im 6. Jahrgang des Sophie-Scholl-Gymnasiums umfasst in der Regel 32 Wochenstunden.
Im Bereich der Kernfächer kommt mit Französisch oder Latein die zweite Fremdsprache hinzu (jeweils 5 Std.). Änderungen im Vergleich zum 5. Jahrgang ergeben sich bei den Kernfächern Deutsch und Englisch (nun jeweils 4 Std.) sowie Mathematik (jetzt 5 Std.). Biologie, Kunst, Musik und Religionslehre werden im gleichen Umfang wie im 5. Jahrgang unterrichtet (jeweils 2 Std.). Innerhalb der Gesellschaftslehre wird Geschichte, in den Naturwissenschaften Physik mit jeweils 2 Wochenstunden unterrichtet. Die Zahl der Sportstunden reduziert sich auf 2.
Die Erprobungsstufe endet mit der Versetzung in die 7. Klasse.
b) Jahrgangsstufen 7 – 9 (bzw. 7 – 10)
Vom 8. bzw. 9. Jahrgang an können die Schülerinnen und Schüler teilweise Schwerpunkte bilden. Von ca. 32 Wochenstunden werden etwa 28 in einem einheitlichen Pflichtbereich und 3 - 4 Stunden in einem Differenzierungsbereich erteilt. Der Pflichtbereich hat sowohl die Aufgabe, für alle Schülerinnen und Schüler gleiche Voraussetzungen für den Sekundarabschluss I am Ende der 10. Klasse zu schaffen, als auch für alle eine gleichmäßig breite Fächererfahrung für den Übergang in die Sekundarstufe II zu sichern. Der Differenzierungsbereich hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihre Interessens- und Begabungsschwerpunkte zu erproben, um ihnen dadurch mehr Sicherheit zu geben für die Wahl einer individuellen Schullaufbahn in der Sekundarstufe II.
Am Ende der Jgst.10 wird nach teilzentralen Prüfungen in Deutsch, Englisch und Mathematik der Sekundarabschluss I vergeben.
Mit Eintritt in die Gymnasiale Oberstufe gestaltet jede Schülerin und jeder Schüler im Rahmen bestimmter Vorgaben die eigene Schullaufbahn selbst. Eine individuelle Schwerpunktsetzung ist dabei sowohl im Bereich von Grundkursen mit je drei Wochenstunden als auch im Bereich von Leistungskursen (ab Jgst. 11 bzw.12) mit je fünf Wochenstunden möglich.
Die Gymnasiale Oberstufe schließt am Ende der Jgst. 12 bzw. 13 mit der allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur, ab. Dabei werden die Abiturprüfungen in den schriftlichen Fächern als zentrale Prüfung durchgeführt. Das Abitur ermöglicht die Aufnahme eines Studiums oder einer Berufsausbildung. Unter bestimmten Bedingungen kann auch bereits am Ende der Jahrgangsstufe 11 der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben werden.
Eine grundlegende Neugestaltung der Oberstufe soll in NRW ab 2012 vollzogen werden.
Stand: Jan. 2009




