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Sunday, 20. May 2012

Das Weiße Röschen: Unsere Theater-AG

Ja, wir machen Theater – und das regelmäßig seit 1985.

 Die erste Produktion Mordsache Macbeth entstand „aus Spaß“ im Rahmen eines Englisch-Leistungskurses. Und dieses Motto „aus Spaß“ war und ist die treibende Kraft der AG, die sich seit 2003 „Das weiße Röschen“ nennt.

Spaß ist das Eine, aber dazu kommen noch weitere sehr wichtige Grundsätze.

Wir entwickeln Ideen gemeinsam.

Eigentlich von Anfang an war das Markenzeichen der AG, Stücke selbst zu schreiben, weil „fertige Stücke“ nie die richtige Anzahl an Rollen oder die richtige Verteilung von Frauen- und Männerrollen hatten. Und mitspielen sollten natürlich alle! Außerdem macht es auch Spaß, eigene Ideen auszuarbeiten. Natürlich lassen wir uns auch von den Ideen anderer inspirieren, aber wir setzen diese Ideen auf unsere Art um.

Hinzu kam, dass wir seit 2003 zuerst mit Mareike Lenz und dann mit Paul Krämer zwei begnadete Musiker hatten, die komponierten und Liedertexte dichteten, sie mit den Schauspielern einübten und so unsere Stücke zu Musicals machten! Im Jahr 2010/11 schrieb Michel Hartwig nicht nur sein eigenes Stück im Rahmen der AG, sondern er stellte sich aus AG-Teilnehmern auch eine Band zusammen, komponierte, studierte mit Band und Sängern alles ein und führte Regie – unterstützt und beraten von Frau Schütze, der Leiterin der AG.

 Außerdem haben wir mit Matthias Vierjahn, Falk Banse und Jakob Krämer hervorragende Techniker, die für besondere Licht-, Ton- und weitere Überraschungseffekte (Schnee oder Gewitterregen u.ä.) sorgen und uns schon über Jahre treu geblieben sind – trotz Abitur, Beruf und/oder Studium. (Sie haben auch mitgeholfen, neue Experten auszubilden.) Dasselbe gilt für Steffie Baumann und Michael Schmitz, die für uns fantasievolle Bühnenbilder zaubern.

Wir arbeiten im Team.

Allein die Treue der Ehemaligen zeigt schon, dass wir mit Leuten ganz unterschiedlichen Alters zusammenarbeiten. In der Regel sind die Jüngsten aus der Jahrgangsstufe 7, aber je nach Stück, bitten wir manchmal auch noch Jüngere, uns zu unterstützen. Im Laufe der gemeinsamen Arbeit entwickeln sich Freundschaften über alle Jahrgangsstufen hinweg. Man trifft sich auch außerhalb der Schule oder hilft sich „einfach nur“ bei verschiedenen Anlässen.

Sehr schön ist auch die Tatsache, dass einige Schülerinnen aus der AG (als sie noch nicht im „Abi-Stress“ waren die so genannte „Kleine Theater-AG“ gründeten, in der sie mit Schülern und Schülerinnen der Klassen 5 und 6 Theater spielten. Derzeit sind es Referendare und Referendarinnen, die hier mit großem Engagement und baldiger Aufführung arbeiten.

Seit einigen Jahren gibt es das Medienteam an unserer Schule, das nicht nur Filmaufnahmen bei Proben und Aufführungen macht, sondern diese auch noch zu erstklassigen DVDs verarbeitet. Sie gestalten die Technik unserer Aufführungen, immer wieder unterstützt vom Team der Ehemaligen, und sie helfen uns auch beim Kulissenschieben und am Vorhang. Hier arbeiten wir sozusagen AG-übergreifend!

Alle denken mit.

Zum gegenseitigen Helfen in der AG gehört auch das Gespräch über Kostüme und Requisiten. Jeder und jede sorgt für sein eigenes Kostüm, bringt aber auch für andere mit, was Kleiderschränke und Speicher so hergeben. Hier werden auch die Familien eingebunden. So manche Mutter, Tante, Oma hat im Laufe der Jahre beim Schneidern oder Erfinden von Kostümen mitgewirkt!

Es gibt auch andere, die überraschend – sozusagen als „freie Mitarbeiter“ - zum Team dazukommen. Da helfen andere Mitschüler plötzlich beim Schminken und Frisieren, da lassen Eltern Pizza liefern bei den Probenwochenenden, da besorgen Freunde aus der Jahrgangsstufe Getränke für die Zuschauer in der Pause. Teamgeist!

Wir übernehmen Verantwortung.

Jeder und jede Einzelne von uns ist für das Gelingen einer Aufführung verantwortlich.

Das fängt an mit der regelmäßigen Teilnahme an den Proben, geht über Text und Gesang Lernen und hört auf mit - totaler Erschöpfung nach der Generalprobe!

Das regelmäßige Teilnehmen fällt besonders dann schwer, wenn das Stück noch im Entstehungsprozess ist. Aber Unpünktlichkeiten werden von den anderen nicht gerne gesehen und regeln sich dann wie von selbst…  Bei jeder Probe finden auch wichtige Sprech- und Körperübungen statt; und es gibt für alle kleine Improvisationsaufgaben; denn Schauspieler müssen trainieren – wie Sportler!

Auch wenn das Stück endlich fertig ist, erfordern die Proben viel Disziplin von jedem Einzelnen. Manchmal muss man sehr lange oder auch vergeblich auf seinen Einsatz warten; denn manche (Teil)Szenen werden bis zum Umfallen wiederholt, so dass die Probenzeit viel zu schnell vorbei ist. Deshalb finden zwischendurch und besonders in den letzten Wochen vor der Premiere Probensamstage (!) oder auch Probensonntage (!) oder beides statt, mit detailliert ausgearbeitetem Zeitplan. Was bei der Aufführung leicht, spielerisch und witzig wirkt, ist das Ergebnis harter Arbeit. Kann aber auch sein, dass es nur der verrückte Einfall eines Scherzkekses bei einer Probe ist, der aber so gut ankam, dass er eingebaut wurde. Wer sich nämlich richtig in seine Rolle hineinversetzt und seine Mitspieler auf der Bühne nicht vergisst, dem kommen so manche ausgezeichnete Ideen, die die Aufführung verbessern. Im Grunde ist jeder so ein bisschen Regisseur …

Die letzte Woche ist dann wirklich hart: Kostümprobe, Musik- und Gesangsprobe mit Tonabstimmung, Aufbau des Bühnenbildes, Beleuchtungsprobe und endlich Generalprobe. Das erfordert eine unendliche Disziplin und Fitness. (Gerade auch unser externes Technikteam hat da schon so manchen Wochenendmarathon mit nur (sehr!) kurzen nächtlichen Schlafphasen durchgestanden!) Und so manch „ein Eltern“ stand sommersonn(en)tags um 19 Uhr besorgt an der Aulatüre und wollte wissen, ob sein Kind wirklich noch bei der Generalprobe war!

 Es klingt vielleicht sehr anstrengend - und das ist es auch – aber es bedeutet gleichzeitig unglaublich viel Spaß!

 Und alle Anstrengungen sind natürlich vergessen,

wenn der Vorhang aufgeht, und die Begeisterung

von der Bühne aufs Publikum überspringt

und wieder auf die Bühne zurück!